Einer geht noch: Gangpferde auf der CHIO 2013

Unserer Einladung folgend, fuhren wir (Florencia, meine Freundin Ina und ich) am 27. Juni 2013 in Richtung Aachen. Zunächst als eine großartige Chance gesehen, unsere Finos vor diesem elitären Publikum präsentieren zu dürfen, übermannte mich mehr und mehr ein „mulmiges“ Gefühl.

Als wir Drei am Donnerstagabend die Stallzelte erreichten, hatten sich bereits die Fino-Reiter auf der angrenzenden Wiese versammelt um eine kleine Performance auszuarbeiten. Im Anschluß ging es noch kurz zur CHIO Geländebesichtigung wo unsere 1. Präsentation im Fahrstadion stattfinden sollte. Die Bezeichnung Fahrstadion läßt erahnen um welche Größenordnung es sich handelt. Der 2. Auftritt sollte am Nachmittag mit allen Gangpferden gemeinsam in der Aachener Soers, der Springarena sein.
Mit Verpflegungsmarken ausgestattet (die CHIO hatte gut für uns gesorgt) konnte wir gleich eine Kostprobe starten. Außerdem hatten wir noch Gelegenheit eine Springprüfung in der Arena zu verfolgen und konnten uns so mit dem gigantischen Ausmaß der Fläche vertraut machen. Wer die große Springarena mit ihren 40.000 Sitzplätzen verteilt auf 4 Tribünen auf einer Fläche von 120m x 150m live gesehen hat, kann nachvollziehen was in meiner Magengegend vorging. Ich war überwältigt.

Mit vollem Bauch ging es dann zur Kaserne unserer Unterkunft. Kichernd rollten wir mit unseren Trolley‘s alles andere als leise über den Flur. Unsere Unterbringung in der Kaserne war etwas gewöhnungsbedürftig, aber Dank Gerd, er brachte es fertig uns noch nach 23:00 Uhr mit sauberem Bettzeug zu versorgen, war es für alle Beteiligten vertretbar. Wie wir Mädels so sind, kicherten und gackerten wir noch ziemlich ausgelassen auf dem Flur, bis uns die Dänische Reiterstaffel zur Ruhe ermahnte. Zu spät, mich überfiel ein „Lachflash“ vom Allergemeinsten als ich ein Telefon im Flur entdeckte und sofort die damit verbundenen Möglichkeiten erkannte : Zimmerservice anrufen! Piccolo bestellen und nach dem Spa Bereich fragen. Das Gelächter war nicht mehr aufzuhalten Nun gingen mehrere Türen auf, Köpfe lugten heraus mit mahnenden Fingern am Mund und baten um Ruhe. Also sind wir dann auch in unsere Betten gekrochen und haben versucht zu schlafen.

Die Stuten mit ihren 4 Wochen alten Fohlen trafen am Freitagmorgen ein, somit war unser Team komplett. Die CHIO zeichnet sich in der Gesamtheit durch Perfektion aus, alles ist bis ins kleinste Detail geplant. Die Unterbringung und Versorgung der Pferde war perfekt. Zwischen den einzelnen Stallzelten jeweils Wasserstellen. Heu, Stroh und Kraftfutter zur freien Verfügung. Die Abläufe ebenso perfekt überwacht. Ein Stewart mit Headset ausgestattet überwacht peinlich genau den Zeitablauf der einzelnen Teilnehmer/Gruppen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

Bei der ersten Präsentation im Fahrstadion wurden alle Gangpferde in einzelnen Gruppen vorgestellt. Jede Rasse hatte Gelegenheit sich vorzustellen, während der Sprecher rassespezifische Merkmale erläuterte. Unser „Catwalk“ auf dem Soundboard war leider nicht ganz so elegant. Da es regnete und das Holz naß war, wurde es zu einer rutschigen Angelegenheit. Dann kam unser Auftritt in der Springarena. Da ich mich (wie immer) nur auf mein Pferd konzentrierte und darauf, dass wir in unseren kleinen Barrida schön ausgerichtet blieben, bekam ich unseren Applaus erst mit, als Stan mich darauf aufmerksam machte. Wir gaben ein schönes Bild ab, Dank Stan der wohl als Einziger den Überblick hatte wo und wann wir welchen Richtungswechsel vornehmen konnten. Es war recht schwierig einen Überblick zu behalten, da sich alle Gangpferde in der Arena zwischen den Hindernissen, welche umgebaut wurden, tummelten.

Es war einmalig schön, mit über 60 Gangpferden gemeinsam zu reiten. Wir zogen vor jeder Tribüne die Hüte und bekamen Applaus von ca. 40.000 Zuschauern, wieder und wieder. Wir waren emotional überwältigt und es wird uns wohl Allen unvergeßlich bleiben. Ich hoffe die Paso Fino‘s werden im nächsten Jahr wieder Gelegenheit haben sich auf der CHIO präsentieren zu dürfen. Schön wäre es auch mehr Reiter zu motivieren daran teilzunehmen. Stellt euch ein Bild wie dieses mit 20 oder gar 30 Fino-Reitern vor, das wäre toll. Ich freue mich auf weitere Fino Präsentationen und auf eine rege Teilnahme von euch Allen.

Mit ihren Paso Finos waren vor Ort:
- Christin Bachmann mit El Dorado de Ojos Azules
- Katrin Bedacht mit Leneus del Gavilan
- Claudia Metting mit Tomaria’s Excelencia
- Babs Moorhouse mit Florencia de Tomaria
- Britta Mülle mit Brujula del Caron
- Johanna Paul mit La Paloma del Caron
- Stanley Paul mit Amistad del Seminole
- Alexandra Rau mit Campino de Rico Arroyo
- Sandra & Frank Hornickel mit Cenicienta del Aliso & Caracas del Retorno sowie Matahari del Gavilan & Milonga del Retorno)
- Nora Mattusch & Richard Oré mit Novarlee del Gavilan & Napoles del Retorno.

Bericht von Babs Moorhouse, Fotos von Marina und Günther Rau