IDMG 2013 in Aegidienberg: Spaß im Siebengebirge

Vom 5. bis 8. September 2013 fand in Aegidienberg auf der traumhaft schönen Anlage von Walter Feldmann die 19. IDMG (Internationale Deutsche Meisterschaft im Gangreiten) statt, ein jährliches Highlight im Gangpferde-Eventkalender. Bei einer IDMG dabei zu sein macht immer viel Spaß. Man sieht die unterschiedlichsten Gangpferderassen und trifft viele neue Leute und viele alte Bekannte. Es ist einfach entspannend.

Entspannend hatte es auch die kleine Fino-Enklave auf einer der weiter entfernten Winterweiden des Gestüts. Hier war die perfekte Turnierunterkunft geschaffen worden für unsere kleine Reisegruppe: Policarpa und Ensueno mit Doris und Reini Sperber, Diosa mit Yvi Tschischa, Jacinto mit Christine Griebel und La Florencia mit Babs Moorhouse. Weit ab vom Turniergeschehen, viel Platz und ein idyllischer Blick auf die Winterweide. Abseits vom Turnier-Trubel, besser konnte es nicht sein.
Direkt im Gestüt untergebracht waren noch weitere Paso Finos: Brujula von Britta und Gerd Mülle. Stan Paul war mit einem Verkaufspferd dabei: Dama Serena, die ihren Turnier-Erststart bravourös gemeistert hat. Ein wirklich ansprechendes Pferd, ich hatte schon mein Auge drauf. Christin Bachmann war dabei mit El Dorado und einem Isländer. Christine Farkas hatte für ihre Mina auf den Paddock-Wiesen sogar ein buntes Zelt als Regenschutz aufgebaut. Wohl wissend, dass in Aegidienberg das Wetter an einem Tag wunderschön und am nächsten komplett anders sein kann.
Mit dabei waren auch noch viele Fino-Freunde (leider diesmal ohne Pferde), die uns tatkräftig unterstützt haben. Man konnte am PFAE-Stand, prima betreut durch Meike und Florian Wolf, jederzeit gute Bekannte treffen. Der Paso Shop war ebenfalls vor Ort und Nadine und Doris hatten viele verlockende Angebote in petto. Am Donnerstag konnten wir bei strahlendem Sonnenschein noch ganz entspannt alles begutachten. Die großzügige Anlage der Familie Feldmann ist schon beeindruckend. Umgeben von unendlich großen Weiden mit Unterständen, auf denen sich unzählige Isländer, Saddlebreds und Aegidienberger tummeln. Etwas höher zur Halle mit vorliegender kleiner Ovalbahn das Zentrum des Gestüts, die riesige Offenstallanlage und ich meine wirklich riesig. Denn es tummelten sich ca. 50-80 Isländer und Aegidienberger in diesem genial konstruierten Offenlaufstall mit und ohne Bedachung. Um diese gruppieren sich unzählige kleine Einzelboxen mit Paddocks, in denen für das Turnier die meisten Teilnehmer untergebracht waren. Unterhalb der Ställe gelegen dann die große Ovalbahn mit der Passbahn, wo das Hauptgeschehen des Turniers stattfand.

Freitag hatten wir wieder Glück und viele Prüfungen wurden bei Sonnenschein absolviert. Unsere Pferde zeigten sich von ihrer besten Seite. Wir hatten nicht nur in den Fino-typischen Klassen (Pleasure, Performance, Country Pleasure, Pleasure Schooling) genannt, sondern waren zusätzlich in vielen anderen Prüfungen vertreten. Gerade das macht den Reiz eines IGV-Turnieres aus, man hat die Möglichkeit aus einer Vielzahl von ansprechenden Prüfungen einfach einmal etwas Neues auszuprobieren. Neben den fünf speziell für die Paso Finos ausgeschriebenen Prüfungen konnte man dieses Jahr also auch in neun weiteren IGV-Klassen Paso Finos erleben.
Neben dem Trail und der einfachen und mittleren Rittigkeiten bleibt vor allem die in diesem Jahr neu gestaltete „Horsemanship“-Prüfung á lá Walter in drei Schwierigkeitsgraden zu erwähnen. Das Besondere an dieser Horsemanship war, das es sich um die Beurteilung für Vorstellung an der Hand, Ausrüstung, stillstehen und aufsitzen, Rittigkeit und Gehorsam handelte. Denn alle Pferde mußten über eine Wippe und in einen Pferdehänger. In jedem Schwierigkeitsgrad hatten wir einen Fino vertreten, die alle drei ihre Sache äußerst gut gemacht haben und alle drei positiv aufgefallen sind.
Viele der Zuschauer staunten über die „coolen“ Fino’s. Viele stirnrunzelnde Zuschauergesichter waren zu sehen und man hörte oftmals munkeln: das sind doch nicht die „Trippelnden“ oder? Doch, sind sie, wir können aber auch anders. Die bunte Western Pleasure bot nach der Siegerehrung eine spektakuläre Galoppeinlage. Flo und Babs starteten durch und Mina und Diosa mussten ganz schön Gas geben, damit sie da hinter her kamen. Einmal eine ganz Fino-untypische Ehrenrunde im Speedgalopp. Die Zuschauer waren begeistert und selbst Walter Feldmann - ganz angetan - rief uns laut zu: „Endlich mal Frauen, die richtig Tempo machen!“

Am nächsten Tag schlug das in Aegidienberg unberechenbare Wetter dann schlagartig um und verwandelte den Samstag erst in einen Nebeltag und dann in einen Regentag, was aber die Starter gelassen hinnahmen. Der Nebel war am Vormittag so dicht, dass man als Zuschauer an der großen Ovalbahn schon fast Schwierigkeiten hatte, die Reiter unten scharf zu sehen. Nebelreiter, die aus dem Nichts auftauchen, ein ungewöhnliches Bild bei einem Turnier.
Der Samstag Abend war dem traditionellen Rasse-Abend gewidmet. Er fand in der Reithalle statt. Zwischendurch liefen noch Prüfungen auf der Ovalbahn, die Sieger der IGV-Einzelprüfungen wurden geehrt und es gab eine Showeinlage von Stefanie Stöcker und ihrem Björn und eine spezielle Feuer-Jonglage-Show. Eine schöne Gelegenheit untereinander in Kontakt zu kommen, von Stand zu Stand zu schlendern, überall etwas zu probieren und etwas zu trinken. Jede Pferderasse war aufgerufen etwas rassetypisches beizusteuern. Bei den Paso Finos gab es „rassetypisch-improvisiert“ Sekt, tropische Säfte, Rum, Schinken und Melone, Nachos und Dipps und frisches Obst. Es dauerte nicht lange bis unsere Vorräte gänzlich aufgebraucht waren. Lag es vielleicht am Rum? Die Stimmung am Abend war jedenfalls großartig.

Der Sonntag war dann wettertechnisch wieder gnädiger. Sonntag ist Tag der Final-Entscheidungen. Man hat also die Gelegenheit, die Besten aus den Vorentscheidungen zusammen laufen zu sehen, darunter auch einige Paso Finos. In der spektakulären Sporttölt (Kleinpferde) zeigten Britta und Brujula, dass Paso Finos nicht nur langsam Tölten können. In der Dreigang waren Christin und Eldorado mit dabei und zeigten, dass Finos auch schön traben und galoppieren können. Und in der Freizeitreiter- Tölt zeigten Christine und Jacinto, dass Finos auch nur im Bosal vorgestellt eine gute Figur machen.

Schön war es, wieder einmal bei der IDMG die Vielseitigkeit unserer Pferde unter Beweis zu stellen. Ja, wir können mit allen Gangpferderassen mithalten. Unsere Paso Finos sind einzigartig und doch so vielseitig. Leider waren wir mit neun Pferden zahlenmäßig nicht ganz so stark vertreten. Wir hoffen doch, dass sich im nächsten Jahr pünktlich zum 20jährigen Jubiläum der IDMG im Gestüt Kreiswald mehr Paso Finos einfinden. Wir sind jedenfalls wieder mit dabei und werden richtig viel Spaß haben!

Bericht von Babs Moorhouse, Fotos von Yvi Tschischka